Diese Stoffe solltest du vermeiden, wenn du dich nachhaltig kleiden möchtest

Nähst du schon nachhaltig? Wir wissen inzwischen, dass wir keine Strohhalme aus Kunststoff benutzen sollen und häufiger auf das Fahrrad umsteigen müssen. Aber wie sieht es mit deiner Garderobe aus? Wir haben mit Nina Marenzi gesprochen, die uns alles über Stoffe, die man vermeiden sollte und Stoffe zum Verlieben erzählt.

Entscheide dich für umweltfreundliche Stoffe

Überlege es dir gut, wenn du im Stoffgeschäft stehst und wähle deine Stoffe bewusst. Das ist die Botschaft von Nina Marenzi, Vorsitzende einer The Sustainable AngleNon-Profit-Organisation, die den Marken ein Bewusstsein für den Einsatz nachhaltiger Materialien vermitteln möchte. Es gibt immerhin einige Stoffe, die unserer Erde nicht gut tun.

Es gibt drei verschiedene Ebenen, auf denen ein Stoff schädlich sein kann:

  1. der Effekt, den der Rohstoff des Stoffs hat
  2. der Prozess der Fertigung des Kleidungsstücks und dessen Effekt auf die Umwelt
  3. und schließlich noch die Art und Weise, auf die du das getragene Kleidungsstück entsorgst.

Nina Marenzi gibt uns noch einige nachhaltige Tipps. Es ist offensichtlich ein Irrtum, dass jede Naturfaser auch nachhaltig ist. „Seide zum Beispiel ist ein Naturprodukt“, so sagt sie, „aber das Problem ist der Produktionsprozess. Für die Verarbeitung von Seide sind immerhin sehr viel Wärme und Chemikalien erforderlich.“

Welche Stoffe vermeidest du besser?

Dies ist eine Übersicht über die Stoffe,  die Marenzi am liebsten vermeidet:

Don’t: gefärbtes Fellimitat

Fellimitat ist ein absolutes No-go: „Es ist synthetisch und eines der umweltschädlichsten Dinge, die man kaufen kann. Insbesondere auffällige Farben wie rosa und gelb sind echte Umwelt-Killer.“

Don’t: Nylon & Polyester

Laut Marenzi ist jede Art von Polyester sehr umweltverschmutzend: „Zur Herstellung sind fossile Brennstoffe erforderlich und auch der Produktionsprozess leistet einen hohen Beitrag zur Umweltverschmutzung. Darüber hinaus sondert Polyester Mikrofasern ab, die beim Waschen in die Ozeane gelangen. Dort werden sie zu Futter für die Fische und wenn diese Fische auf deinem Teller landen, sind sie für alle schädlich. Außerdem wird Polyester nicht vollständig gut abgebaut.“

Don’t: Herkömmliche Baumwolle

„Baumwolle muss vielbewässert werden, wodurch viel Wasser verschwendet wird. Im Produktionsprozess von Baumwolle werden außerdem zu viele Pestizide  eingesetzt, die danach alle im Wasser landen.“

Auf der anderen Seite gibt es Baumwolle auch in einer organischen Variante. Das bedeutet, dass 80 % der Nährstoffe über den Regen aufgenommen, die Baumwollpflanzen im Fruchtwechsel angebaut werden und somit ein Schädlingsbefall vermieden wird. Wenn der Anbau in Monokultur erfolgt und die Gewächse Saison nach Saison an derselben Stelle gepflanzt werden, können sich die Schädlinge halten, da der Boden sich nicht erholen kann. Da der Boden bei herkömmlicher Baumwolle immer ausgelaugt ist, muss eine große Menge an Düngemitteln eingesetzt werden, die ihrerseits wieder die Wasserwege verschmutzen.

Don’t: Herkömmliche Viskose

Viskose wird unter dem Einsatz einer großen Menge an Chemikalien aus Zellulose hergestellt. Die Zellulose stammt oftmals von Plantagen, die nicht sehr nachhaltig sind. Heute gibt es Gottseidank gute Alternativen für Viskose wieTencel und Ecovero.“

Was sind die nachhaltigen Alternativen?

Do: Wolle

„Der Produktionsprozess von Wolle ist größtenteils umweltfreundlich. Du verwendest am besten lokale Wolle, aber auch Wolle aus den schottischen Highlands ist auf jeden Fall eine Empfehlung. Dort sind sie tagtäglich mit der Herstellung beschäftigt und sie ist ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft.“

Do: Leinen

Leinen  ist an sich bereits eine nachhaltige Faser, da es einen sehr geringen Effekt auf die Umwelt hat. Es benötigt keinen fruchtbaren Boden und somit keine Pestizide zum Wachsen, da es ein winterhartes Gewächs ist. Die Pflanze muss auch nicht  bewässert werden  und es gibt aktuell viele Mischungen mit Ecovero und Tencel.“

Do: ZE-KNIT von Napapijri

„Die Bekleidungsmarke Napapijri hat eine innovative Capsule Collection mitdigital gewebter Urbanwearherausgebracht. Alle Stücke werden mit 1 Faden gewebt, wodurch weniger Material verloren geht und eine geringere Menge an Wasser eingesetzt wird. Im Normalfall wird ein Faden zu einem Stoff gewebt, gefärbt und dann zugeschnitten. Hier wird nur ein einziger Faden gefärbt und dann in flexiblen Formen digital gewebt, wodurch viel weniger Abfall entsteht. Für diese Stoffkollektion verwendet Napapijiri bis zu 30 % weniger Rohstoffe, Wasser und Farbstoffe.“

Do: Lyocell-Faser

Wenn du nach einer Alternative für Viskose suchst, ist Lyocell eine gute Alternative. Viele große Marken wie zum Beispiel Arket setzen dies schon ein. Die Lyocell-Faser wird aus der Zellulose von Bäumen hergestellt, sie ist vollständig kompostierbar und biologisch abbaubar.

Quelle: Feeling

Bei La Maison Victor haben wir einen guten Blick für die neusten, nachhaltigen Stoffe. Wir können dir schon jetzt verraten, dass das Thema umweltfreundliche Stoffe in der Ende August erscheinenden Ausgabe ausführlich mit unserem Stofflieferanten Bittoun besprochen werden wird. To be continued!