9 innovative und nachhaltige Stoffe, die man kennen muss

Die Textilindustrie ist weltweit eine der Branchen, die am meisten zur Umweltverschmutzung beitragen. Daher ist es höchste Zeit, natürliche Alternativen aus umweltfreundlichen Materialien zu finden. Bingo: Es gibt mindestens 9

Brennnesselfasern

Man sollte sich nicht in die Nesseln setzen… Es sei denn man ist Schneider und es sind Brennnesseln! Brennnesseln, mit wissenschaftlichem Namen „Urtica dioica“, werden für die Stoffherstellung angebaut, und das schon seit dem Ersten Weltkrieg. Das Garn aus Brennnesseln ist besonders flexibel und verleiht den Textilien einen schönen Glanz. Außerdem hält es im Winter warm und kühlt im Sommer.

Lotusseide

Dieser Stoff wird aus Mikrofasern hergestellt, die im Stängel der Lotuspflanze zu finden sind. Vom Aussehen her ähnelt er Seide oder Leinen und hat wertvolle Eigenschaften: Er ist wasserundurchlässig, knitterfrei (im Gegensatz zu Seide und Leinen), schweißhemmend und vor allem sehr weich.

Apfel-Leder

Der Apfel steht am Anfang von allem… Man denke an Adam und Eva oder an Steve Jobs! Bald werden aus dieser Frucht auch Handtaschen gemacht, denn das Leder aus Äpfeln wird immer beliebter. Dieses Material ist zu 100 % biologisch abbaubar und super robust, hat viele Eigenschaften (es kann fest oder biegsam sein), und kann seidenweich oder rau sein.

Ananas-Leder

Dieses pflanzliche Leder heißt „Piñatex“, wird aus den Blattfasern der Ananas hergestellt und bereits von mehreren Modemarken verwendet, wie zum Beispiel Puma. Dieses Material kann behandelt, gefärbt oder bedruckt werden, um verschiedene Arten von Textilien herzustellen, und die Beeinträchtigungen für die Umwelt sind sehr gering, da es sich um ein Nebenprodukt der Ananasernte handelt.

Pilz-Leder

Mit dem „Phellinus ellipsoideus” können zwei Materialien hergestellt werden: eines mit einer superweichen Textur, ähnlich einem Wildlederimitat, das andere eher rau und korkähnlich. In seiner natürlichen Form ist der Pilz nicht wasserundurchlässig, kann aber mit einem natürlichen Wachs behandelt werden. Der Vorteil? Das bearbeitete Produkt absorbiert sehr schnell Feuchtigkeit und gibt sie ebenso schnell wieder ab!

Hanffaser

Dieser Stoff wird aus den Fasern des Stängels der Hanfpflanze hergestellt und eignet sich ideal für Kleidung, auch wenn er keine wirkliche Innovation ist. Tatsächlich wird er bereits seit tausenden von Jahren in Asien, im mittleren Osten und auch in China verwendet. Wir haben ihn in unsere Liste mit aufgenommen, weil er wirklich umweltfreundlich ist: Die Pflanze kann auf wenig fruchtbarem Boden angebaut werden und laugt ihn nicht aus, sondern düngt ihn sogar noch! Als Stoff sind Hanffasern perfekt: Sie lassen die Haut atmen, nehmen Feuchtigkeit auf, halten warm und lassen sich problemlos mit anderen natürlichen Fasern wie Baumwolle mischen. Gleichzeitig sind sie achtmal strapazierfähiger als Baumwolle.

Bananenfaser

Die Bananenfaser wird vor allem in Indien und Sri Lanka aus den Blättern (den Blattstielen) der Bananenstaude hergestellt, die gewaschen und getrocknet werden. Diese ökologische Alternative hat den Vorteil, dass sie sehr leicht, seidig, flexibel und vor allem strapazierfähig ist.

Kapok

Für die Herstellung dieses Stoffes verwendet man die Daunen, die die Frucht des Kapokbaumes (auch „Wollbaum“ genannt) umgeben. Diesen Baum findet man vor allem in Indonesien und Thailand. Die Faser ist leicht und wasserundurchlässig und wird vor allem für die Herstellung von Rettungswesten oder zum Füllen von Matratzen, Kopf- und anderen Kissen verwendet.

QMILK-Fasern

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Die QMILK-Fasern werden aus dem Kasein der Kuhmilch hergestellt, sind 100 % natürlich, nicht allergieauslösend, antibakteriell und weich wie Seide, aber der echte Mehrwert ist, dass es der einzige natürliche Stoff auf dem Markt ist, bei dem Thermobonding möglich ist. Das heißt: Damit können beispielsweise Kanten und Nähte unsichtbar gemacht werden, damit sich die Unterwäsche nicht abzeichnet. Außerdem sind die QMILK-Fasern kompostierbar und werden mit einem super umweltfreundlichen Verfahren hergestellt: Man benötigt nur 2 Liter Wasser und erhält innerhalb von 5 Minuten 1 kg dieser Fasern.

In der nächsten Ausgabe von La Maison Victor (5/2019), ab dem 22. August im Buchhandel erhältlich, findet ihr ein Interview mit Bruno und Josy Bittoun, den Inhabern der gleichnamigen Stoffmarke. Zusammen mit unserer Redakteurin haben sie die Stoffe der Zukunft genau unter die Lupe genommen!

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