9 Tipps, um gestreiften Stoff zu nähen

Graut es dir auch vor den Nähten, bei denen die Streifen nicht schön ineinander übergehen. Du musst die angesagten gestreiften Stoffe nicht meiden, lies dir einfach diese Tipps durch, bevor du mit deinem neuen Nähprojekt beginnst.

  1. Kaufe etwas mehr Stoff als nötig. Du brauchst oftmals etwas mehr Stoff, um die verschiedenen Schnittmusterteile so auf den Stoff legen zu können, dass die Streifen ineinander übergehen. Schau dir im Laden den Abstand zwischen den Streifen an (bei waagerechten breiten Streifen) und rechne mindestens den doppelten Abstand zu deinem Stoff dazu. Da unser Rock vom Kleid Malta schräg auf den Stoff gelegt wird, brauchen wir noch mehr Stoff, die korrekten Mengen findest du in der Tabelle bei den Materialien.
  2. Falte den Stoff sorgfältig, sodass die Linien genau aufeinander fallen. Dann bügelst du den Stoffbruch, um ihn deutlich zu markieren und steckst zusätzliche Stecknadeln durch beide Stoffschichten, damit die Streifen gut liegen bleiben.
  3. Entscheide dich für ein Modell mit wenigen Schnittmusterteilen. Je mehr Schnittmusterteile, desto mehr Nähte und desto größer das Risiko, dass die Linien nicht gut ineinander übergehen. Entscheide dich für ein Modell anhand dieses Kriteriums und frage dich: brauche ich diese Naht wirklich oder kann das Rückenteil zum Beispiel aus einem einzigen Stück bestehen?
  4. Lege die Schnittmusterteile alle in derselben Richtung auf den Stoff. Nimm dir die Zeit, um die Schnittmusterteile zu finden, die zusammengenäht werden müssen. Bei waagerechten Streifen achtest du darauf, dass der Saum der Teile sowie die Taillennähte auf gleicher Höhe liegen. Bei den Ärmeln liegen die Streifen bei den Achseln im Oberteil und in den Ärmeln auf gleicher Höhe. Bei senkrechten Streifen wie bei unserem Kleid Malta legst du die Nähte (ohne Nahtzugabe) am besten in die Mitte eines breiten Streifens. Dies machst du auch bei den Teilen am Stoffbruch. Auch die Markierungen des Schnittmusters sind gute Referenzpunkte, damit das Motiv übergangslos verläuft. Für gedrehte Streifen auf dem Stoff wie bei unserem Rock achtest du darauf, dass die VM-Markierung des Saums im linken Teil und im rechten Teil am Rand des (,selben) Streifens liegt. Dies wiederholst du bei der RM-Markierung im Saum. Wenn du ganz sichergehen möchtest, dann zeichnest du die Linien auf deinem Papier-Schnittmuster und schneidest die verschiedenen Teile aus dem auseinander gefalteten Stoff zu und berücksichtigst dabei die Linien.
  5. Dann steckst du die Schnittmusterteile auf den Stoff. Kontrolliere während des Steckens, dass die Linien in beiden Stoffschichten aufeinander liegen.
  6. Schneide den Stoff sorgfältig zu und achte darauf, dass die beiden Schichten sich während des Zuschneidens nicht verschieben.
  7. Stecke die verschiedenen Teile zusammen bevor du sie zusammennähst. Dann legst du beide Teile rechts auf rechts aufeinander  und achtest darauf, dass die Linien genau aufeinander liegen. Direkt am Rand des Stoffes entlang stecken, eine Stecknadel in jede Linie.
  8. Du darfst auch schummeln. Spiele ein bisschen mit der Elastizität des Stoffs, damit die Linien perfekt aufeinander liegen.
  9. Der letzte und sicherlich nicht unwichtigste Tipp: tief Atem holen. Setz dich nicht unter Druck, du bist die einzige, die einen Millimeter Abweichung in deinem Motiv sehen wird. Schau dir die Verarbeitung von Konfektionskleidung an, um dich von deinem Perfektionismus zu verabschieden!

Das Kleid Malta

Hast du Lust, die Streifen-Herausforderung anzunehmen? Dann nähe unser Kleid Malta, das du auf S.  62 der Ausgabe 4/2019 findest. Lies die Empfehlung im Heft, damit die diagonalen Streifen im Vorder- und Rückenteil gut ineinander übergehen. Viel Erfolg!

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