Fünf Dinge, die ihr noch nicht über Samt wusstet

Es ist bekannt, dass er weich wie die Haut eines Pfirsichs ist, und uns im Winter warm hält. Er erinnert uns an das Sofa von Oma und die Hosen unserer Kindheit. Aber wisst ihr wirklich alles über dieses zeitlose Material? 

1. Samt ist kein Stoff

Die Besonderheit von Samt ist, dass er auf Webmaschinen mit zwei Fadensystemen hergestellt wird, die mit dem Schussfaden verwebt werden. Genau genommen ist Samt also weder ein Material, noch ein Stoff. In der Weberei nennt man das eine „Bindung“.

2. Samt wurde früher „Schwanendaune“ genannt

Bei seiner Entstehung im zwölften Jahrhundert in der Region Kaschmir wurde dieses Material „Schwanendaune“ getauft. Erst zwei Jahrhunderte später entdecken die Italiener es in Persien. Sie beschlossen also, es nach Italien zu importieren und behielten das Geheimnis seiner Herstellung für sich. Ganz schön schlau!

3. Er wurde verwendet, um reliefartige Motive zu erstellen

Ursprünglich wurde dieses pelzige Material vom Adel geschätzt, die damit floralen, pflanzlichen oder geometrischen Motiven eine reliefartige Oberfläche verliehen, vor allem auf Möbeln. Dieser Stoff symbolisierte Reichtum, Macht und Prestige. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wird er für die Masse verfügbar. In Form von Cordsamt wurde er zum Lieblingsstoff der Arbeiterklasse, die sich damit warme und robuste Cord-Hosen machten.

4. Es gibt verschiedene Arten von Samt

Seide, Viskose, Baumwolle … Samt kann aus vielen verschiedenen Fasern hergestellt werden. Und natürlich ergibt jede Faser einen andere Oberfläche, aber auch eine andere Qualität. Samt aus Seide ist beispielsweise teurer und glänzt.

5. Er hat eine „Wuchsrichtung“

Das ist etwas, das man bedenken muss, wenn man mit Samt nähen möchte.  Tatsächlich muss man darauf achten, alle Einzelteile in die gleiche Richtung zu schneiden, denn je nachdem, ob man sie nach oben oder unten ausrichtet, wirkt der Stoff dunkler oder heller. Ein weiterer Tipp für alle Schneider*innen, hier gefunden: Verwendet beim Zusammennähen viele Stecknadeln, denn der Stoff neigt aufgrund seiner Struktur dazu, aufeinander hin und her zu rutschen.

Patsi und Marie für euch

Habt ihr Lust, ein schönes Teil aus Samt zu nähen? In Ausgabe 06/2019 von La Maison Victor findet ihr unsere Modelle „Patsi“ und „Marie“: Zwei super niedliche Kleider, die wir aus einem fließenden Samt aus unserer Kollektion genäht haben. In unserem Webshop könnt ihr tolle Stoffe kaufen!

Marie:

Patsi:

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